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Recht / Zivilrecht 
Freitag, 24.09.2021

Zur Sorgfaltspflicht beim Anfahren vom Fahrbahnrand

Der fließende Verkehr hat Vorrang. Nur wenn andere Verkehrsteilnehmer dabei nicht gefährdet werden, dürfen Autofahrer vom Fahrbahnrand aus in den Fließverkehr fahren. Dabei ist die Sorgfaltspflicht solange zu beachten, bis man sich mit dem üblichen Tempo dort einordnen konnte. Ansonsten kann man bei einem Unfall auch noch nach 12 bis 16 Metern mithaften. So entschied das Landgericht Saarbrücken (Az. 13 S 117/20).

Ein Mann fuhr mit seinem Auto in eine Straße ein. Dort fuhr vom rechten Rand der Fahrbahn ein anderes Auto an, ohne jedoch die durchschnittliche Geschwindigkeit zu erreichen. Nach etwa 12 bis 16 Metern kam es dann zum Unfall. Der Abbiegende verlangte die Hälfte seines Schadens vom Losfahrenden.

Das Gericht gab dem Kläger Recht und nahm den Losfahrenden mit 50 Prozent in Haftung. Als Anfahrender hätte er sich so verhalten müssen, dass er keine anderen Verkehrsteilnehmer gefährdet. Die Pflicht zur Sorgfalt dabei gelte so lange, bis man komplett im Fließverkehr einsortiert sei. Allerdings bestätigte das Gericht auch die 50 Prozent Haftung des Abbiegenden, da er nicht aufmerksam genug war.

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